Was ist das Internet der Dinge?

Das Internet der Dinge (IoT) kommuniziert in der Theorie kurzgesagt mit allem. Die Idee dafür kam aus einem Bereich, an den man vielleicht nicht als erstes denkt, der Logistik. In der Logistik werden eine unvorstellbare Masse an Produkten um die Welt bewegt, immer zur richtigen Zeit, zum richtigen Ort und in der richtigen Qualität. Dies bedeutet, dass wahrhaft eine enorme menschliche Leistung erbracht werden muss. Doch durch Vernetzung werden die einzelnen Vorgänge innerhalb eines Logistik Prozesses deutlich erleichtert. Ziel ist, dass alle Abläufe automatisch stattfinden und sich das System von selbst steuert und weiterentwickelt.

Natürlich ist das IoT nicht nur in der Logistik anzuwenden. Ein aktuelles Beispiel ist die Kommunikation zwischen selbstfahrenden Fahrzeugen. Diese senden sich gegenseitig Informationen der Verkehrsinfrastruktur zu und bieten eine Prävention vor Unfällen. Auch das Thema Smart Home entwickelt sich stetig in diese Richtung. Ein Beispiel ist die Vernetzung des Kühlschranks, welcher uns auf dem Smartphone stets auf dem Laufenden hält, welche Lebensmittel nachgekauft werden müssen oder welche bereits abgelaufen sind. Ein weiteres Beispiel sind vernetzte Thermostate, welche lernen wo wir uns gerade in unserem Haus befinden, und die Temperatur automatisiert entsprechend anpassen, um so Heizkosten zu sparen.

Google´s neues IoT-Betriebssystem

Google setzt mit Android Things ein Zeichen zum Thema Internet of Things. Bereits im Mai 2015 machte Google mit dem Betriebssystem Brillo für das Internet der Dinge auf sich aufmerksam. Anfangs war der Hype groß, doch es ist relativ schnell wieder ruhig um das Projekt geworden. Mit dem neuen Betriebssystem Android Things scheint es, als hätte Google dem Betriebssystem Brillo ein neues Branding mit leicht veränderter Softwarebasis verpasst. Zwischen Brillo und Android Things gibt es kleine aber signifikante Unterschiede. Das Herzstück des Android Betriebssystems war und ist Android, jedoch war das Entwicklungs- und Implementierungsverfahren beim Projekt Brillo deutlich anders. 2015 war die bevorzugte Entwicklungsumgebung an C++ angepasst, welche jedoch nun mit Android Things auf Java umstrukturiert wurde, um eine breitere Masse an Entwicklern anzusprechen.

Android Things ist eine Variante des Android Betriebssystems, welche sich ganz auf IoT-Geräte bzw. Low-Power-Geräte spezialisiert. Google hat für Entwickler bereits eine erste Testversion zum Download auf der Developer Homepage von Android zur Verfügung gestellt. Android Things nutzt die API von Android 7.0 und ermöglicht somit auch die Anwendung von Google Diensten. Entsprechende Images des Developer Previews stehen bisher für den Raspberry Pi 3, den Intel Edison sowie den NXP Pico bereit. Weiterhin soll es in naher Zukunft auch regelmäßige Updates geben.

Mit der neuen Betriebssystem-Variante von Android namens Android Things, versucht Google erstmals mit Nachdruck sich im Internet der Dinge zu etablieren.
Mit der neuen Betriebssystem-Variante von Android namens Android Things, versucht Google erstmals mit Nachdruck sich im Internet der Dinge zu etablieren.

Das System selbst ist eine abgespeckte Version von Android, was bedeuten soll, dass weiterhin auch vom Smartphone Android bekannte Dienste, wie Google Play Services implementiert sind. Dies hat den Hintergrund, dass Android Things Google´s eigene Dienste nutzt. Aber keine Angst es werden auch alle anderen Android APIs angeboten, um auch Services unabhängig von Google nutzen zu können. Somit brauchen sich Android-Entwickler keine großen Gedanken machen, dass sie ihr Handwerk neu erlernen müssen, denn die neue API erfordert kaum eine Umstellung. Das bedeutet, dass weiterhin mit üblichen Programmen, wie Android Studio oder Android SDK (Software Development Kit), Apps entwickelt werden können. Ebenso können Google Cloud Plattformen leicht in Android Things integriert werden und deshalb Entwickler in der Lage sein, verschiedenste Cloud- Speicher-, Verwaltungs- und Nachrichtenservices anzuwenden.

Weave unterstützt Android Things

Als wichtige zusätzliche Komponente sieht Google die Kommunikationsplatform Weave, welche es ermöglicht Geräte miteinander zu vernetzen und plattformübergreifend mit IoT- und Smart-Home-Geräten zu kommunizieren. Weave wird mittlerweile von zahlreichen namhaften Unternehmen, wie Phillips Hue oder Samsung SmartThings genutzt. Firmen wie Belkin, Honeywell oder TP-Link befinden sich momentan noch in der Implementierungsphase. Mit dem Zusammenspiel von Android Things und Weave ist künftig auch eine Steuerung über den Google Assistant denkbar.

Die aktuelle Testversion von Android Things gibt momentan nur einen kleinen Einblick, welche Neuerungen in Zukunft noch kommen könnten. Was jedoch bekannt ist, ist dass in den kommenden Monaten weitere Previews seitens Google veröffentlicht werden. Doch wann und ob eine komplette Vollversion gelaunched wird, wie z. B. für den Raspberry Pi ist seitens Google noch nicht bekannt gegeben worden.